Oh mein Gott es sieht aus wie Kleidung!

Vor einer ganzen Weile schon habe ich angefangen, nach Nähanleitungen und Schnittmustern für Männer zu suchen. Denn auch wenn ich beim Kleidungskauf sehr schwierig bin und immer ganz genaue Vorstellungen habe, der Mann im Haus ist da noch viel schlimmer. So stieß ich auf einen Beitrag (ich weiß leider nicht mehr wann, wo, von wem) in dem ein richtig schöner Pullover entstanden ist! Die Dame hatte einfach einen alten, gut sitzenden Pullover zerschnitten und diesen als Schnittmuster genommen. Die Idee fand ich gut, also bin ich los gegangen und habe Stoff gekauft. Natürlich nicht alleine, der Mann musste sich seinen Stoff selbst aussuchen! Das ist nun schon eine ganze Weile her… wahrscheinlich handelt es sich schon um Monate… einige Monate…

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So sah das eine ganze Weile aus, man sieht vielleicht auch, dass sich das Drumherum gewandelt, der Stoff sich aber in der ganzen Zeit kein Stück bewegt hat. Vor anderthalb Wochen war es aber dann soweit! Wenn man so viel für die Uni zu tun hat, neigt man doch dazu, andere Dinge zu bevorzugen 😉 Da ich keinen alten Pullover hatte, den ich auseinander nehmen konnte, musste ich mir anders helfen. Also habe ich ganz viele Zettel zusammen geklebt, den Pullover meiner Wahl drauf gelegt und erst einmal drum herum gezeichnet. Das war eher eine grobe Zeichnung, die habe ich dann ausgeschnitten und noch mal auf den Pullover gelegt, um zu schauen, ob alles passt.

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Daran habe ich dann noch ein bisschen rum geschnitten, das habe ich mit allen Teilen gemacht und tadaa, ein Schnittmuster ward geboren!

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Dann wollte ich natürlich sofort anfangen, wie das nun mal so ist. Aber auf der anderen Seite wollte ich dieses Mal auch alles ganz ordentlich, genau und richtig machen. Also habe ich zunächst den Stoff gewaschen, weil davon alle immer wieder berichten. DSC02182Es kann ja doch mal passieren, dass der Stoff beim Waschen noch etwas einläuft. Und es wäre einfach zu ärgerlich, wenn mir das passiert! Also ab in die Waschmaschine, dann auf die Leine und trocknen lassen, an diesem Abend war ich also erst mal fertig.

Am nächsten Tag ging es ans Zuschneiden. Dafür habe ich die Teile auf den Stoff gelegt und mit so einem extra Stift drum rum gemalt. Bisher habe ich zum Ausschneiden immer nur das Schnittmuster festgesteckt und dann drum rum geschnitten. Aber ich dachte mir, wenn ich das aufmale, habe ich auch gleich die Nahtlinien, auf denen ich dann ordentlich nähen kann. Das erschien mir einfacher!

Zuschneiden

Das Zuschneiden verlief problemlos, nur dass dieser Stift sehr langsam trocknet und ich deswegen die Hände und Knie voll mit Farbe hatte. Und als ich dann im Bett war, hat sich der Mann im Haus noch bemüßigt gefühlt, meine Socken zu fotografieren, weil ich wohl auch auf dem Stoff rum gelaufen bin… Ich habe das Bild mal mit rein genommen, weil er sich köstlich darüber amüsiert hat…

Insgesamt hatte ich einen recht hohen Stoffverbrauch. Einerseits lag das daran, dass ich das Schnittmuster sehr großzügig aufgelegt habe (man sieht es auf dem ersten Bild). Andererseits habe ich diesmal am Anfang an den Fadenlauf gedacht, oder meine ich die Strichrichtung? Naja, auf jeden Fall darf ich ja nicht das Vorderteil mit dem Ausschnitt nach oben und das Rückteil mit dem Ausschnitt nach unten auflegen. Irgendwer weiß bestimmt was ich meine!

Danach ging es eigentlich schon ans Nähen. Für die Reihenfolge habe ich mir den „Vorlagepullover“ von innen angesehen und interpretiert, in welcher Reihenfolge der wohl genäht wurde. Für die Kapuze habe ich mich an die Anleitung von Milchmonster gehalten, die für den Pullover Martha eine Kapuze als Erweiterung entwickelt und als Freebook bereit gestellt haben. Als Innenstoff für die Kapuze habe ich ein altes weißes Bettlaken zerschnitten.

Ich habe also erst die Schulternähte geschlossen, dann die Kapuze genäht und angenäht. Ich hatte ja schon gesagt, ich wollte alles ganz ordentlich machen! Deswegen habe ich jede Naht mit einem Geradstich geschlossen, dann mit einem Zickzackstich versäubert und als letztes die Nahtzugabe zurück geschnitten. Das war voll aufwendig, aber ich hoffe es hat sich am Ende gelohnt!

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Dann ging es weiter mit den Ärmeln: Zuerst habe ich sie an die Ärmellöcher genäht und dann habe ich in einem Rutsch die Seitennaht von Ärmel und Pullover geschlossen.

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Auch hier habe ich alles ordentlich versäubert und zurück geschnitten und es gab eigentlich keine Probleme. Aber beim Versäubern der zweiten Naht war es dann soweit, das war mir noch nie passiert! Das Garn war alle! Dabei hab ich die Rolle für den Pullover doch erst angefangen! Dann musste ich halt auf schwarz umsteigen, die Nähte soll ja später eh niemand sehen 😉

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Zum Schluss musste ich nur noch die Bündchen annähen. Erst mal habe ich sie zugeschnitten und habe mich dann entschieden, der Bündchenanleitung von Nähfrosch zu folgen. Bei der Hose (etwas nach unten scrollen) sind die Bündchen zwar enger, aber ich habe meine Bündchenstücke einfach passend zum Pullover zugeschnitten und ansonsten alles wie in der Anleitung gemacht.

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Und da war ich auch schon fertig!!! Es hat ja auch nur Monate der gedanklichen Vorbereitung und insgesamt drei Abende und einen Vormittag der Umsetzung gebraucht! Aber ich bin richtig stolz!

Natürlich ist auch hier nicht alles perfekt… Fangen wir mit den offensichtlichen Sachen an: Beim Feststecken der Tunnelzugöffnung der Kapuze hab ich wohl nicht ganz sauber gearbeitet, das ist beim Nähen etwas verrutscht.

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Dadurch kann man jetzt die eine Naht sehen und auch das Stoffende. Ich zähle aber darauf, dass die Leute einfach nicht so nah ran gehen und so genau hin gucken 😀 Außerdem soll auch noch eine Kordel rein, wenn ich jemals eine mache, und die müsste das Problem dann ganz gut verdecken 😉

Die nicht so offensichtlichen Probleme sind die Passform. Also der Pullover passt! Aber halt nicht ganz so gut, wie ich mir das gewünscht hätte… Er ist um die Brust ein wenig eng, das sieht man aber kaum, da geht es eher um das Wohlgefühl des Mannes 😉 Außerdem ist er meiner Meinung nach etwas kurz. Ich trage selbst auch lieber ein bis zwei cm länger und ich finde das auch bei anderen schön! Ihn stört es nicht (noch nicht), daher gibt es eigentlich gar kein Problem, aber man hat ja selbst Ansprüche, auch wenn es das erste richtige Kleidungsstück ist!

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Ich finde es toll!!! Es sieht aus wie richtige Kleidung! Aber dann kam mir eine Idee… Etwas zu eng und zu kurz für den Mann im Haus… Mooooment… Was ist denn dann mit mir?! Mal wieder: gesagt, getan!

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Yeah yeah! Ich glaube, ich habe einen neuen Pullover 😀

Aber nun genug der Freude und der Fotos. Ihr habt es gesehen, mein erstes Kleidungsstück, und nach diesem Erfolg wird es wahrscheinlich auch nicht das letzte bleiben! Und das ist auch die Moral von der Geschichte: Man muss anfangen, man muss dran bleiben und das wird schon!

Und ein kleines P.S. gibt es auch noch: Ist irgendwem aufgefallen, dass ich Rahmen um meine Bilder habe?! Mit dem Tipp von lencheninlove konnte ich mich ein bisschen ausprobieren! Ich habe jetzt erst mal noch verschiedene Sachen versucht, allerdings noch nicht so sehr an den Farben rum gespielt. Bis ich da „meinen Typ“ gefunden habe, wird es sicher noch eine Weile dauern, aber man wächst ja an seinen Aufgaben 😉

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5 Gedanken zu “Oh mein Gott es sieht aus wie Kleidung!

  1. Das sieht ja toll aus!! Ich habe die Vermutung, dass du vielleicht ein bisschen zu streng mit dir bist… 😉 diese „Mängel“ bemerkt doch hinterher kein Mensch! Davon gibt es an jedem meiner selbstgenähten Sachen ca. 10 😉 und ich hab gelernt sie einfach zu ignorieren wenn sie nicht großartig auffallen 😛

    Hat das mit dem Ärmel annähen so einfach geklappt wie es hier wirkt? Ich weiß nicht warum, aber ich finde das immer irre kniffelig..

    Liebe Grüße,
    Lena

    Gefällt 1 Person

    1. Danke danke! Ja, ich bin da etwas strenger…

      Das mit den Ärmeln war wirklich so einfach, wie es aussieht. Ich hab sie erst in der Mitte fest gesteckt, dann an den Kanten und am Schluss alles dazwischen mit Stecknadeln aufgefüllt. Man sieht auf dem Bild auch, dass dann alles etwas hoch steht, durch die Rundung, aber das war kein Problem. Wobei ich auch sagen muss, dass der Stoff sehr dankbar ist!

      LG Claudia

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