Restenähen

Wer sich ein bisschen mit Nähen und Blogs beschäftigt und immer mal nach kostenlosen Schnittmustern sucht, so wie ich, der kann in regelmäßigen Abständen sowas lesen wie „Ich hab mein erstes Kimono Tee!“ oder auch „Endlich habe ich es gemacht, mein Kimono Tee ist fertig!“ oder andere Aussagen, Ausrufe und Freuden in der Richtung. Da stellt sich die Frage, was ist das und warum finden das alle so toll?! Wenn man bei Google Bilder „Kimono Tee“ sucht, findet man wirklich nur Bilder von genähten T-Shirts! Unendlich viele!
Also habe ich mich vor längerer Zeit schon mal hin gesetzt und mir diesen ominösen Schnitt besorgt. Dafür muss man sich bei Maria Denmark für den Newsletter anmelden, dann bekommt man den Schnitt gratis. Erst bin ich davor zurück geschreckt, irgendwelche Newsletter zu abonnieren ist so gar nicht mein Stil. Irgendwann hab ich es dann doch gemacht und bis jetzt nicht bereut. Man bekommt, glaube ich, so einmal im Monat ne Mail, oder zweimal… keine Ahnung, da stehen dann neue Produkte drin. Aber wer sich fürs Nähen interessiert, der guckt sich doch sicher auch gern mal neue Schnittmuster an, oder?

Also Newsletter abonnieren, Schnittmuster bekommen, nochmal zwei Monate liegen lassen. Eigentlich habe ich mein übliches Schema befolgt 😀
Nun war es aber doch soweit, eine Eingebung: Wie wäre es, den restlichen Erdbeerstoff mit schwarz zu kombinieren?! Bei Google sieht man das häufig, dass das T-Shirt oberhalb der Brust ne andere Farbe hat. Meistens irgendwas, was auch gut zusammen passt, wie grau-dunkelblau-gestreift kombiniert mit dunkelblau. Aber ich hatte ja eine Eingebung, wollte also wie immer alles sofort haben, konnte nicht einkaufen gehen und wollte das T-Shirt nachmittags anziehen!

Also Erdbeeren mit schwarz!

DSC02408Das Zuschneiden war ein bisschen schwierig, weil von dem Erdbeerstoff ja nur Reste übrig waren, also musste ich an der ein oder anderen Stelle auf ein bisschen Nahtzugabe verzichten. Aber das passt schon! (Wie man hier sieht, fehlt ein Stück im Ärmel, aber die Naht hat noch ordentlich hin gepasst!)
Mit der Anleitung hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten, die ist auf Englisch… Also mussten der Mann im Haus und Google herhalten, dann ging es aber eigentlich. Ich scheine nicht die erste gewesen zu sein, die englische Nähbegriffe bei Google sucht 😀

Fürs Dokumentieren war keine Zeit, ich wollte das T-Shirt ja nachmittags anziehen! Aber Probleme gabs trotzdem… Meine Nähmaschine wollte nicht nähen und hat einfach nach zwei Stichen richtig blockiert und einen riesigen Fadensalat veranstaltet! Und zwar jedes Mal! Ein kleines Loch habe ich auf diese Weise auch in den Stoff gekriegt… Ich hab echt alles versucht, aufmachen, gucken ob irgendwo was klemmt, sauber machen, fluchen, alles liegen lassen, wieder kommen, alles noch mal versuchen, mich wieder aufregen! Das hat mich bestimmt anderthalb Stunden gekostet!

Dann hab ich mal in meine Nähmaschinenanleitung geschaut. Wenn die Maschine ruppig wird und blockiert, sollte man sie mal ölen. Nagut, letzter Versuch. Alles läuft! Dann hab ich mich noch ein bisschen aufgeregt, dass ich nicht früher auf die Idee gekommen bin… Aber da konnte ich einfach nicht drauf kommen! Ich hab das Teil seit fünf Jahren und in der ganzen Zeit hab ich sie einmal geölt, nämlich vor ungefähr nem Monat. Vorher lief sie ja auch problemlos! Klar hab ich in der Zeit ungefähr das tausendfache von dem genäht, was ich in den letzten fünf Jahren gemacht habe, aber mal im Ernst: Wer soll da denn drauf kommen?!

Aber dann war es ja auch schon fertig 😀 Und aus „nachmittags anziehen“ wurde dann „abends anziehen“, wir haben den Museumsbesuch ausfallen lassen und sind nur Milchshake trinken gegangen und anschließend bei Freunden zu Besuch gewesen. Und das Beste war: Der Mann im Haus hat nicht einmal rum gemeckert, weil ich so lange brauche, sondern mich einfach machen lassen, weil er wusste, dass ich das Teil abends anziehen wollte!

DSC02428

Und weil ich in letzter Zeit so viel über Linkpartys gelesen habe, will ich das jetzt auch mal versuchen. Also ab zu: Stoffreste-Linkparty!
Und die Moral von der Geschichte? Wenn eure Nähmaschine nicht macht, wie ihr wollt, dann schaut doch einfach mal in die Anleitung, vielleicht steht ja was Nützliches drin 😉

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8 Gedanken zu “Restenähen

  1. Also ich freu mich auch immer, wenn ich von anderen Bloggern, in dem Fall von Dir ;), noch was lernen kann 🙂 Ich wusste bis zu Deinem Post nämlich auch nicht was ein Kimono Tee ist. Vermutlich hätte ich auf eine Teesorte getippt 🙂

    Das Shirt sieht toll aus und steht Dir super! Weiter so und danke fürs verlinken zu meiner Resteparty!

    LG aus Dresden von Jacqueline 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Hab ich mir grad mal angesehen, mein Stoff ist ja ganz weiß um die Erdbeeren drum rum. Hast du für die grüne Kante einfach nur über die Kante genäht? Das sieht ziemlich cool aus!
      Über den Namen des Schnittmusters hab ich mir auch schon Gedanken gemacht, ich dachte auch zuerst an Tee 😀

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