Großprojekt: Ende!

Es war in letzter Zeit recht still um mich, mit Ausnahme von ein paar Koch- und Backaktionen. Das hatte auch seinen Grund! Ich habe nämlich meine ganze freie Zeit in meinem Kämmerlein an der Nähmaschine verbracht und an einem riesigen (und für mich sehr wichtigen) Projekt gearbeitet!

Und ich bin den Satz langsam Leid, aber ich habe überhaupt keine Fotos gemacht… Langsam nervt es mich selbst! Dabei gab es so viel zu fotografieren!

Aber ich will niemanden länger auf die Folter spannen: Ich habe mein Hochzeitskleid genäht! Sonntag bin ich mit Nähen fertig geworden. Heute Morgen wurde es noch mal schnell gebügelt und heute Mittag war es dann auch schon im Einsatz! Es war nur für das Standesamt und niemand außer unseren Trauzeugen wusste von der Hochzeit, meine Mama auch nicht 😉

Und hier ist das gute Stück! Und ich! Und der Mann im Haus!

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Ich habe ungefähr zwei Wochen daran gearbeitet und an manchen Tagen auch wirklich nichts anderes gemacht! Das Schnittmuster ist von Vogue und hat die Nummer V9078. (Nur falls es jemanden interessiert, wie das Kleid aussieht, wenn nicht alles schief ist 😀 )
Die Schnittmuster auf den Stoff zu übertragen hat über eine Stunde gedauert und beim Stoff für das Unterkleid sogar noch länger, weil der so rutschig war. Und das Ganze dann auch noch auf meinem Fußboden, der ja leider nicht richtig hart ist, sondern Teppich… Ich will nie wieder irgendwo Teppich!

Ich habe vorbildlich die Anleitung vorher gelesen, mehrere Male… Und an einigen Stellen wusste ich wirklich nicht, was diese Anleitung von mir will! Dazu kamen die (nennen wir es) Sprachschwierigkeiten. Die Anleitung wird in Englisch, Französisch und Deutsch geliefert. Leider klingt das Deutsch stellenweise so, als hätte man die Anleitung in den Googleübersetzer eingegeben… Naja, aber was sollte ich machen?! Wer drei Wochen vor der Hochzeit anfängt, sich ein Kleid zu nähen, muss das auch durchziehen! (Vor allem ohne Alternativen 😉 )

DSC02444Also habe ich dann erst mal angefangen, oft ist es ja so, dass auf einmal alles völlig klar ist, wenn man das Stück vor sich liegen hat und man sich daran ansehen kann, was man tun soll. So war es eigentlich auch immer. Beim Reißverschluss allerdings zu spät… Ich wusste mir nicht zu helfen, was mit Blindstich gemeint sein sollte. Also habe ich einfach eine zweite normale Naht genäht. Die erste war schon super schlecht und krumm und schief, also konnte ich auch ne zweite daneben setzen! Als ich damit fertig war, war mir auf einmal völlig klar, was ich eigentlich hätte machen sollen! Aber ich wollte es einfach nicht wieder auf machen.DSC02445
Aber mal im Ernst: Dieser Reißverschluss ist das Schlechteste was ich jemals genäht habe! Wie gut, dass man in seinem Brautkleid nicht von hinten fotografiert wird! Und es ist ja auch nur ein Kleid für einen Tag! Für die große Trauung und Feier nächstes Jahr, werde ich mir wohl ein Kleid kaufen müssen, oder ein Neues nähen. Aber dafür müsste ich ganz viel üben Reißverschlüsse anzubringen…

DDSC02447er Reißverschluss ist recht lang, da kann man sone ganze Fotostory draus machen 😀 Den Reißverschluss musste man jeweils so festnähen, dass man nicht so richtig sieht, was unten passiert… Und als es bei der zweiten Naht schwerer und schwerer wurde, musste ich zwischendurch abbrechen und gucken, was das Problem ist… Es gab ein Problem! Ich habe nicht richtig aufgepasst, also ist mehr von dem Unterkleid in die Naht gerutscht, als es der Fall sein sollte… nämlich sechs Lagen… und dass schon 10cm lang…
Das war der Punkt, an dem ich überlegt hatte, den ganzen Sch*** wegzuschmeißen! DSC02449Egal wie weit ich schon gekommen war! Ich habe zweieinhalb Stunden gebraucht, um dieses kleine Stückchen Naht wieder aufzukriegen! Durch die vielen Lagen war das alles bombenfest!
Auch ne Überlegung war, es einfach so zu lassen. Allzu weit war das Kleid nicht rein gerutscht, ich hab höchstens 4cm verloren. Aber das war dann auch irgendwie blöd… Also hab ich die Zeit investiert. Und das Ergebnis kann man hier an den Seiten begutachten 🙂 Guckt einfach nicht zu genau hin! Eine Braut wird eh nie von hinten fotografiert!

Mit der Größe gab es noch Probleme… Geliefert wird das Ganze in UK-Größen (glaub ich zumindest) und dann muss man das auf seine Größe umrechnen. Ich hatte dann überall Größe 10, außer an der Taille. Und weil da gerade auch eine Naht ist, hab ich mich für 12 entschieden. Das war ein Fehler. Und wahrscheinlich wäre 10 auch noch falsch gewesen. Bevor ich den Reißverschluss eingenäht habe, habe ich das Kleid den Rücken entlang bis runter 4cm enger gemacht! Dafür habe ich aber einfach nur eine neue Naht an gewünschter Stelle gesetzt und den Stoff zurück geschnitten. War an sich also nicht so aufwendig, aber trotzdem mehr Arbeit!

Mehr Schlimmes ist nicht passiert 😀 Ich hatte meine Probleme mit der Anleitung, aber ich würde sagen, wenn man nicht totaler Anfänger ist, dann kann man sich auch an dieses Schnittmuster setzen. Der Schnitt gefällt mir echt gut und ich werd wahrscheinlich auch nochmal das ein oder andere Kleid davon nähen. Und wer Probleme mit der Erklärung beim Reißverschluss hat, kann ja jetzt mich fragen 😀

Und die Moral von der Geschichte ist simpel: Ich habe noch nie etwas so lange vor meiner Mama geheim halten können, aber jetzt weißt du es ja 😀 (und Reißverschlüsse sind blöd!)
Das Ganze kommt auch zu RUMS, weil: Mehr für mich selber genäht kann ein Kleidungsstück ja wohl gar nicht sein!

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15 Gedanken zu “Großprojekt: Ende!

  1. Herzlichen Glückwunsch! Was für eine schöne Idee, das eigene Hochzeitskleid zu schneidern. Und es sieht ganz fabelhaft aus- ihr seid ein goldiges Paar!
    Sonnige Grüße,
    Lisi

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  2. Oh mein Gott, wie wunderschön! 💕 Ich bin total begeistert! Das Kleid sieht toll aus und ist wirklich genau das Richtige für dich. 👏🏻 Und ihr beide seht so glücklich aus! ❤️😍

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  3. Ja, ja so ist es, wenn man Mama oder Oma nicht fragen kann, was ein Blindstich ist:) Das Kleid ist wirklich schoen, wie waers fuer naechstes Jahr mit einem Anzug fuer Deinen Mann?

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    1. Hmm, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen… Ich hätte ja nicht sagen müssen, wofür genau ich einen Blindstich brauche.
      Ob ich mich wirklich noch mal so lange hin setze, um mit Deadline zu nähen, weiß ich noch nicht genau 😀 war schon anstrengend!

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