Filzuntersetzer

Auf einigen Fotos konnte man so ganz nebenbei bemerken, dass sich unser hässlicher Wohnzimmer-Glas-Tisch in einen schönen Wohnzimmer-Massivholz-Tisch verwandelt hat (ich mag einfach keine Glastische 😉 ). Nun ist dieser Tisch aber neu und darf ja nicht versaut werden und gerade am Anfang kümmert man sich ja besonders um sowas. Also brauchten wir Untersetzer. Ich persönlich denke ja nicht, dass man sowas braucht. Gebrauchsspuren auf Möbeln zeigen doch nur, dass da jemand mit gelebt hat! Auf dem Küchentisch meiner Eltern kann man ganz genau verfolgen, wo mal jemand beim Einkaufszettelschreiben besonders „engagiert“ gewesen ist und wo sich ein Kaffeering nicht mehr so richtig entfernen lässt. Aber nun, der Mann im Haus brauchte Untersetzer, der Tisch ist ja neu, also gibt es Untersetzer.

Irgendwann beim Stöbern auf pinterest (ja ich habe das wirklich für mich entdeckt!) habe ich diese Untersetzer aus Filz gefunden: Origami in felt. Die Idee fand ich super, das sah auch ganz einfach aus und ich hatte mich ja gerade erst mit Filz eingedeckt. Eine Vorlage konnte ich auf der Seite nicht finden, also habe ich einfach einen Screenshot gemacht, das Bild vier mal nebeneinander kopiert, die fehlenden Linien mit der Linienfunktion bei Paint nachgezogen und es dann in der gewünschten Größe ausgedruckt 🙂 Und dann ging es ans Ausschneiden.

Der Mann im Haus hatte sich im Herbst ein Cutter und ein Schneidebrett gekauft, dessen habe ich mich dann schnell bedient. Aber genauso schnell zeigte sich auch, dass das nicht geht… Natürlich habe ich keine Fotos davon 😀 Aber der Cutter hat den Filz halt nicht richtig geschnitten, der ist wahrscheinlich für Papier gedacht. Ich hab dann ganz doll aufgedrückt und bin meistens auch durch gekommen, aber das hat sich dann verzogen, ist ganz schief geworden und am Ende musste ich jeden Schlitz mit der Schere noch mal nachschneiden… Naja, ich hab die Teile dann trotzdem zusammen gesetzt. Das sah auf den Bildern völlig unverständlich aus, aber wenn man die Teile erst mal in der Hand hat, weiß man auch, was man machen soll.

Nun gut, dann war ich auch schon fertig und so siehts aus!

Irgendwie wie Papierservietten… Naja… Wir brauchen ja Untersetzer… Aber! Da war es auf einmal! Die Idee! Noch am selben Tag!

Ich habe schwarzen Filz und Roten und Weißen. Und ich brauche Untersetzer, die sind meistens rund. Und was ist da naheliegender als… na? Na klar: ein POKEBALL!

Pokeball

Also habe ich mich gleich dran gesetzt und einen Prototypen gebastelt! Der war so ganz frei Hand und vielleicht auch nicht allzu gerade 😀 Aber es war ein POKEBALL! Ich habe ihn dem Mann im Haus gezeigt und er war sofort akzeptiert! Gott sei Dank stehe ich da mit meiner Begeisterung nicht ganz alleine da!

Den Prototyp habe ich natürlich aus dem hergestellt, was ich hatte. Der Filz ist aber etwas dünn, deswegen hängt der Pokeball hier etwas durch. DSC03081Ich wusste aber, dass es beim Bastelladen auch dickeren Filz gibt, also habe ich den Mann im Haus nach der Arbeit am nächsten Tag noch in die Stadt geschickt, um welchen zu kaufen. Und ich habe währenddessen eine neue, ordentliche Vorlage mit Zirkel und Lineal erstellt.

Den roten und weißen Filz habe ich weiterhin benutzt, das dient ja eher zur Zierde als zur Stabilität. Und mit meiner neuen Vorlage und dem stabilen schwarzen Filz habe ich mich gleich an die Massenproduktion gemacht!

20160103-DSC_0340

Den schwarzen Filz auszuschneiden war gar nicht so einfach. Auf Filz kann man so schon so schlecht malen, allenfalls mit Kuli, und Kuli sieht man auf schwarz doch ziemlich schlecht 😉 Also musste ich immer den Papierkreis festhalten und dann drum rum schneiden. Und meine Hand tat weh! 😥 Aber es hat sich wirklich gelohnt! Am Ende hatte ich 13 Untersetzer und bisher war noch jeder begeistert, der hier war!

20160103-DSC_0366

Es wurde auch schon sehr viel damit rumgeworfen, Pokebälle sind nun mal zum werfen da. Ich selbst habe schon viele „Los Glumanda!“s abbekommen 😀

Dass man Filz so überhaupt nicht mit einem Papiercutter schneiden kann, ist wohl die Moral von Geschichte. Aber wenn mir das nicht passiert wäre, wäre ich wahrscheinlich niemals auf die Idee mit den Pokebällen gekommen! Und mal im Ernst: Es sind Pokebälle! Erwachsen sein kann man auch wann anders!

Damit geht noch ab zu RUMS und zu Lieblingsstücke, denn auch was aus der Not geboren ist, kann was richtig Gutes werden!

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10 Gedanken zu “Filzuntersetzer

  1. Sehr sehr cool! Ich find die Untersetzer super, da hätten wir in unserem Haushalt auch viel Spaß mit 😀 Wenn ich nicht schon so viele Untersetzer genäht hätte, würde ich jetzt glatt loslegen .. Aber irgendwann darf ich bestimmt auch mal die „alten“ (2 Monate^^) austauschen 🙂
    Liebe Grüße,
    Ronja

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  2. Würde nicht gerade ein Baby auf mir schlafen das ich auf gar keinen Fall wecken darf, würde ich laut lachen. Herrlich geschrieben. Ich mag zwar Pokemon nicht so gern aber die Idee ist trotzdem genial und sieht super aus! Und wirklich nett geschrieben!

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

      1. In der Zeit kurz nach meinem Abitur war das besonders schlimm. Als ich erst einmal nichts mehr zu tun habe, habe ich sogar wieder angefangen, Yu-Gi-Oh! und Pokémon als Film und Serie zu schauen 😀

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  3. Ich hab auch so ein Untersetzer-muss-sein-Exemplar von Mann zu Hause. Hab mich aber durchgesetzt und unser massiver Esstisch ist mittlerweile liebevoll dekoriert mit Rotwein- und Kaffeekränzen, Kratzern von Salatschüsseln und Filzstiftlinien meiner Nichten und Neffen. Aber man muss zugegebenermaßen genau hinschauen um diese Erinnerungen an glückliche Stunden zu entdecken. So ein geölter Tisch kann doch mehr ab als man denkt. Aber deine Untersetzer finde ich trotzdem toll! 😀

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  4. Das mit den Einkaufszetteln mag wohl stimmen… und die Kratzer… und kleine Löcher…und nicht mehr viel Lack…aber alte Kaffeeringe weise ich entschieden zurück

    Mama

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