Hose Seya, damit kann man arbeiten

Manchmal habe ich ganz arg das Gefühl mich zu wiederholen… Auf jeden Fall habe ich vor einer Weile (irgendwann letztes Jahr) ein Schnittmuster für die Hose Seya gekauft. Vor ein paar Wochen bin ich dann Freitag Abend kurz vor Ladenschluss los gestiefelt und habe Stoff dafür gekauft. Ich wollte eine Hose nähen, die als richtige Hose durchgeht, also kein Sweatteil oder so. Hosen sind mein Horrorkleidungsstück! Ich habe noch nie eine kaufen können, die wirklich passt, da war es ja nur logisch, dass ich irgendwann mal eine nähen muss. Gekauft habe ich schwarzen Jeansstretch mit 6% Elastan. Als ich wieder zu Hause war, habe ich das Schnittmuster ausgedruckt, zusammen geklebt und ausgeschnitten. Nach zwei Stunden kam der Mann im Haus ins Zimmer und war ganz entsetzt, wie lange es dauert, so ein Schnittmuster vorzubereiten! Mehr habe ich auch nicht gemacht 🙂

Die Hose hat eine ganz ausführliche bebilderte Anleitung und am Anfang ist auch eine Tabelle mit Maßen, an der man sich für die gewünschte Größe orientieren kann. Nach dieser Tabelle hätte ich eine XS nähen müssen O.o Das konnte ja wohl wirklich nicht sein! Ich habe abends schon gemessen und morgens dann noch zwei mal. Aber die Tabelle blieb bei ihrem Standpunkt und ich bei meinem. Das konnte nicht sein! Im Laden feier ich schon ne riesen Party, wenn ich mal ne 36 kaufen kann. Aber XS?! Im Leben nicht! Mein Kompromiss war, die Hose oben in S zuzuschneiden und dann am Bein in die XS zu wechseln (ich wollte ja eine enge Hose) wobei ich am Unterschenkel an der dicksten Stelle wieder etwas breiter geworden bin. Da habe ich extra mich und das Schnittmuster ausgemessen, an den Unterschenkeln sind mir Hosen nämlich immer zu eng… als hätte ich mein Leben lang Fußball gespielt… dabei hab ich nie irgendwelchen Sport gemacht 😀

Dann habe ich den Samstag fleißig mit zuschneiden und legen und stecken und nähen verbracht. Der Mann im Haus ist morgens schon ausgeflogen, um draußen mit seiner Kamera zu spielen, nachmittags um drei musste ich dann hinterher, weil wir bei Freunden eingeladen waren. Ziel war natürlich, bis dahin fertig zu werden. Aber ich hätte wissen müssen, dass das nichts wird… 

Ich habe schon auf die ganz ausführlich bebilderte Anleitung verwiesen. Sie zusammen mit  meiner Zeitnot haben mal wieder dazu geführt, dass es keine Fotos gibt. Es lief aber auch alles reibungslos! Der Stoff ließ sich wirklich super verarbeiten, die Anleitung war total klar und selbst das Taschen Einnähen war total einfach. Als ich Samstag aufhören musste, fehlte mir noch die innere Beinnaht, der Beinabschluss und das Bauchbündchen. Da habe ich mich dann Sonntag dran gesetzt.

Beinnaht schließen war kein Problem, Beinabschluss ist einfach umgeschlagen. Dann habe ich die Hose mal zwischen-probiert, irgendwie war mir ja der Gedanke, sie könnte doch zu weit sein, schon mehrfach gekommen. Und dann: Viiiiiieeeeeeeeeeeeeel zu weit an den Oberschenkeln… und auch oben war sie ein bisschen zu weit, das wär wahrscheinlich nur mit Bündchen nicht passend geworden. Also wieder ausziehen, nachnähen.

Nach dem Probieren habe ich die Hose noch mal auf links angezogen und sie so festgesteckt, wie es wohl besser sein würde. Ich hab am Bauch so zwei Zentimeter weg genäht, aber zu viel durfte ich ja auch nicht nehmen, wegen der Taschen. Und an den Beinen habe ich an der breitesten Stelle vier Zentimeter abgenäht. Danach habe ich das Bauchbündchen angenäht und das Gummiband noch etwas knapper zugeschnitten, damit da auch noch mal ein wenig Halt ins Spiel kommt.

Dann war ich auch schon fertig. Sonntag saß ich noch mal ein paar Stunden dran, vorallem wegen des zusätzlichen Nähens. Aber alles in allem, wenn ich durchgehend Zeit gehabt hätte, ist sone Hose anderthalb bis zwei Tage Arbeit. Und das hätte ich mir schlimmer vorgestellt! Bleibt nur noch eins: Fotos!

Aber ich wär nicht hier wenn ich nicht was zu meckern hätte 😀 Die Hose ist insgesamt einfach zu weit. Die einzige Stelle, an der sie so ist, wie ich sie haben wollte, sind die Unterschenkel, die ich extra ausgemessen habe. Aber dadurch, dass die Hose an den Unterschenkeln ordentlich anliegt, staut sie natürlich am Knie, wie alle meine anderen Hosen auch. Also habe ich mir im Endeffekt eine Hose genäht, die genauso wie alle meine Gekauften sind: An den Unterschenkeln anliegend, an den Oberschenkeln viel zu weit, am Bauch zu weit und an den Knöcheln nicht eng genug, um sie ordentlich in Stiefeletten zu stecken. Sone Sch****! Ich hab die Hose an dem Sonntag noch getragen und den Montag danach auch. Dann kam sie in die Waschmaschine und ich glaube nicht, dass ich sie wieder anziehe… Ich hätte also ne Hose anzugeben 😉

Aber: Mit dem Schnitt kann man arbeiten 😉 Das Nähen war echt einfach und ging recht schnell. Die Moral von der Geschichte: Wenn ich mich auf die Tabelle am Anfang verlassen hätte, hätte ich die Hose schon kleiner und sie würde vielleicht passen. Also gibt es das nächste Mal eine XS und zusätzlich wird noch alles vermessen, ob das wirklich so passt.

So noch schnell mal wieder zu RUMS und gut!

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3 Gedanken zu “Hose Seya, damit kann man arbeiten

  1. Och Mensch, das ist ja blöd! An Hose nähen habe ich mich auch noch nicht ran getraut und jede die das tut hat meinen vollen Respekt. Und wenn es dann nicht so klappt wie es soll ist das echt saublöd! Aber gib nicht auf: nähe noch eine in XS und freu dich dann mordsmäßig darüber, dass du tatsächlich eine XS-Hose trägst 🙂
    lg Charla

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