Wer kennt das nicht…

Gefühlt hat jeder Supermarkt und jede Drogerie eine eigene Zeitschrift, die regelmäßig erscheint. Und wenn man sich dafür interessiert, nimmt man die auch immer wieder mit. Ich zum Beispiel steh total auf Rezepte, also kann ich einfach nicht an der „Mit Liebe“ vorbei gehen. Und meine Mutter schickt mir noch regelmäßig die „My time“ zu, die gibt es hier nämlich nicht. Aber dann hat man die Zeitung gelesen und sie steht im Regal. Man kann sie ja auch nicht wegschmeißen, die Rezepte braucht man ja irgendwann! Es ist auch nicht so, dass die bei mir wirklich nur rum stehen. Da kommen Klebchen rein, ich guck sie (die Rezepte) immer wieder durch und koche auch immer mal was draus. Wer kennt das nicht?

Ich beschäftige mich aber auch schon länger mit dem Thema Müllvermeidung. Nun habe ich vor einiger Zeit, Pip sei Dank, ein Video mit Bea Johnson gesehen. Anscheinend ist sie in den USA der Guru der Müllvermeidung… Ich hab ihren Namen noch nie vorher gehört… Aber hey, man lernt ja immer was dazu. Sie erzählt in diesem Video auch von ihrem Weg, wie es überhaupt zu allem kam, und das fand ich ganz faszinierend! Einfach der Verzicht auf Güter im Allgemeinen! Ich bin schon immer ein großer Freund von Wegschmeißen, was man nicht braucht. Ich stell auch nichts in den Keller. Wenn es da erst mal angekommen ist, benutzt man es sowieso nicht mehr, also braucht man es nicht, also kann es gleich weg. Der Mann im Haus ist da anders, der braucht diese Übergangsphasen, bevor er sich von etwas trennen kann.

Nachdem ich also dieses Video gesehen hatte, hatte ich mal wieder richtig das Bedürfnis was wegzuschmeißen! Aber seit ich alles mögliche selber mache, schmeiße ich auch nicht mehr so viel weg: Das kann man ja vielleicht noch zu irgendwas umbasteln! Also habe ich mich in dieses ominöse Internet begeben und danach gesucht, was man so aus alten Illustrierten machen kann. Selbstverständlich bin ich da sofort fündig geworden und nach einigem weiteren Suchen habe ich auch etwas gefunden, das mir nicht völlig sinnlos erschien und das ich auch ohne weitere Materialen zu kaufen herstellen kann. Es ist ja irgendwie nicht Sinn der Aktion, irgendetwas zu kaufen, weil ich etwas los werden will 😉 (Sollte mir das doch mal in den Sinn kommen, würde ich diese Armreifen in Angriff nehmen!)

Letztendlich ist es dann eine Schüssel, oder Schale, oder wie auch immer man es nennen will, geworden. Diese Schale hat mich inspiriert, natürlich ist meine nicht so eindrucksvoll, chic und groß geworden 😀 Aber das eigentlich Wichtige ist, dass auf dieser Seite, wenn man sich ein bisschen durchklickt, irgendwann der kluge Ratschlag zu finden ist, dass man keine ganzen Seiten, sondern viertel Seiten nehmen soll, das ist nämlich einfacher. Diesen Ratschlag gebe ich hiermit weiter! Nehmt viertel Seiten! Also von Anfang an! (Die Fotos haben teilweise eine eher schlechte Lichtqualität. Das liegt daran, ich meistens abends vor dem Fernseher gebastelt habe. Aber immerhin gibt es Fotos!)

Erst mal muss man natürlich alle Seiten aus der Zeitschrift trennen. Und dann muss man alle Seiten durchgucken, damit man auch ja die Rezepte aufhebt! Und dann faltet man eine Seite, rollt sie auf und stellt fest, dass das total bescheuert aussieht…

Das hat sich beim Aufrollen total verschoben und war dann so knickerig (das Wort gibt es bestimmt!) und dann war das auch noch recht hoch… Also weiter im Internet stöbern und auf den tollen Tipp stoßen, dass man Viertelseiten nehmen soll. Das habe ich mit einer Seite ausprobiert und es war gleich viel besser! Also wieder an die Massenproduktion…

Erst mal habe ich jede Seite in der Mitte und dann zur Mitte hin gefaltet. Dann habe ich jede Seite in Streifen geschnitten. Und zum Schluss habe ich jeden Streifen zweimal gefaltet.

Dann muss man den ganzen Schmuu aufrollen. Ich habe mit einem Klebestift gearbeitet. Am Anfang habe ich noch immer möglichst den ganzen Steifen geklebt, um Stabilität rein zu bekommen. So ab der Mitte klebt man nur noch die Enden, damit man die Schale zum Schluss hochziehen kann. Am Anfang hat man also eine ganz kleine Rolle und zum Schluss eine ganz Große 🙂 Am Ende wird das ganze auch recht instabil, wenn man es auf dem Schoß hat, um den nächsten Streifen aufzukleben. Aber das geht alles. (Man erkennt auch auf den Bildern, dass da durchaus etwas Zeit dazwischen war 😀 )

Naja und zum Schluss schmiert man das Ganze mit Kleber ein. Ich habe noch so Papier-Serviettentechnik-Kleber-Zeugs gehabt, das ich vor drei Jahren mal für Geschenk gekauft habe. Das funktioniert ganz hervorragend. Man muss auch die Schale zum trocknen nicht die ganze Zeit festhalten. Sobald man den Kleber drauf geschmiert hat, hält die von alleine, auch wenn er noch nicht trocken ist. Da macht man von außen und innen zweimal und dann ist alles super!

 

DSC03139DSC03142DSC03143

Wir haben hier die Osterausgabe vom letzten Jahr in klein und die Weihnachtsausgabe vom letzten Jahr in groß. Die Weihnachtsausgabe ist immer besonders mit mehr Seiten und so. Und dass in der „Osterschale“ gerade Ostereier liegen ist wirklich Zufall! Und ich hab die auch nicht fürs Foto da rein gemacht, das sind die Reste vom Vorabend! Ich habe erst am nächsten Tag, als ich im Licht alles fürs Foto schön gemacht habe, gemerkt, dass das eine Osterausgabe war! Wirklich!

Die Schalen kann man leicht feucht auswischen, nur spülmaschinenfest sind sie nicht 😀 In einer Schale stecken ungefähr achtzehn Millionen Arbeitsstunden, plus minus zwei. Aber es ging ja auch nicht darum, schnell mal was fertig zu machen, sondern etwas Sinnvolles zu schaffen aus etwas anderem, was nur rumliegt. Die Moral von der Geschichte: Es geht nicht schnell, mach einer mag die Schalen auch nicht schön finden, aber sie sind sinnvoll, nützlich und man/ich muss nichts kaufen um sie herzustellen! Ein kleiner Schritt auf dem Weg zu weniger Müll.

Und auch heute verlinke ich zu HAPPYrecycling, aber auch zu RUMS. (Und wenn jemand noch andere Linkpartys für Re- und Upcycling kennt, wäre ich sehr dankbar für Tipps.)

Und nachträglich wird noch zu EiNaB verlinkt, sowas habe ich gesucht!

Advertisements

10 Gedanken zu “Wer kennt das nicht…

    1. Vielen Dank!
      Ich kann es schwer schätzen, weil ich ja nicht alles an einem Stück gemacht habe. Ich würde sagen, für Falten-Schneiden-Falten 4-5h und für das Aufrollen so 6-8h (beim ersten Versuch 😉 ). Das Festkleben dauert eben so lange, wie es dauert, dass der Kleber trocknet. Ich denke zwei Tage kann man da einplanen.

      Gefällt 1 Person

  1. Witzig geschrieben und sehr kreativ! Ich zähle ja zu den Menschen, die kein Fernsehen gucken ohne was dabei zu tun, da würde sich sowas mal anbieten. Weil ich aber zur Zeit an einem Upcycling-Teppich fürs Wohnzimmer häkle und der erst ein Meter Durchmesser hat, wird das wohl nicht in der näheren Zukunft der Fall sein. 😀 https://verrueckteshuhn.wordpress.com/2015/10/03/upcycling-grossprojekt-fuer-umweltfreundlichen-teppich-selber-haekeln/
    Lieben Dank fürs Teilen bei EiNaB!
    Viele Grüße,
    Marlene

    Gefällt mir

      1. Hallo Claudia,
        ich nehm zumindest, was ich will. Hat aber zur Folge, dass man bisschen aufpassen muss, wie viele Extramaschen man zugibt pro Runde, weil dehnbare Stoffe sich dann anders verhalten als alte Bettbezüge. Ich hatte schon T-Shirt-Reste, Bettlaken, alte Handtücher, … und wer weiß, was noch kommt.
        LG, Marlene

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s