Warmer Mürbeteig

Es gab mal wieder was zum Backen und was zu lernen. Es gibt keine Verlaufsfotos, weil ich einfach zu wütend war! Ich habe es einfach vergessen und der Mann im Haus hat sich nicht mehr näher als vier Meter an die Küche getraut. Zu Recht, sonst hätte es sicher Tote gegeben.

Aber zu meinem Kuchen. Vor zwei Jahren oder so habe ich bei Lidl ein kleines Backbuch gekauft, das heißt Express-Kuchen. Im Internet kann ich es einfach nicht finden, daher zwei Fotos von dem Buch.

Ich habe schon wirklich viel aus dem Buch ausprobiert und alles war gut bis super! Zwei Kuchen haben es mir besonders angetan, einmal die Frischkäsetorte (sowas hatte ich vorher noch nie „gebacken“) und der russische Zupfkuchen, um den es hier auch geht. Beide habe ich schon oft gemacht, heute hatte ich wieder Lust auf Zupfkuchen. Da das Buch im Internet nicht zu finden ist und ich diesen Kuchen wirklich liebe, sei hier das Rezept kurz dargestellt:

Zutaten:
400g Mehl
450g Butter (ich nehme Halbfettmargarine)
450g Zucker
4 Eier
1 Päck. Backpulver
40g Kakao
1 Päck. Vanillezucker
1 Päck Vanillepuddingpulver
500g Magerquark
Butter und Semmelbrösel für die Form

Zubereitung:
1. Mehl, 250g Butter, 200g Zucker, 1 Ei, Backpulver und Kakao zu einem Mürbeteig verarbeiten. In Frischhaltefolie wickeln und 30min kalt stellen.
2. Backofen auf 200°C vorheizen. Springform (28cm Durchmesser (oder was grad da ist)) gut einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Ein Drittel des Teigs rund ausrollen, Springformboden damit auslegen. Das zweite Drittel zu einer langen Rolle formen und zu einem 4cm hohen Rand formen.
3. Die restliche Butter zerlassen und mit den anderen restlichen Zutaten zu einer cremigen Masse rühren, auf den Boden geben. Den übrigen Teig in kleine Stücke zupfen und auf der Creme verteilen. Kuchen 50-60min backen, auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Manch einer mag sich fragen, was dieses Rezept bei Express-Kuchen zu suchen hat 😉 Aber die eigentliche Zubereitungszeit ist wirklich ganz kurz. Während der Teig kühlt, kann man frühstücken, während er bäckt, kann man zum Beispiel einen Blogbeitrag darüber schreiben, was man zu beachten hat, wenn man keine Frischhaltefolie benutzen will 😀

DSC03170Ich stehe also in der Küche, habe alles wie immer gemacht, den Teig vorm Frühstück zubereitet und ungefähr 30-45min kühlen lassen. Aber! Madam ist ja clever, will keine Frischhaltefolie benutzen, weil das dann Müll ist. Und die Frischhaltefolie dient ja nur dazu, dass der Teig nicht austrocknet. Ich habe aber eine Edelstahlschüssel mit Deckel, also bleibt der Teig einfach da drin, Deckel drauf, Kühlschrank, fertig.

Nach dem Frühstück komme ich in die Küche und bereite die Springform vor. Diesmal mit Margarine und Semmelbröseln, anstatt mit Backpapier (ist ja auch Müll). Und dann will ich den Teig ausrollen. Und er klebt des Todes! DES TODES! Es ging fast gar nicht! Ich habe es kaum geschafft, dass der Teig irgendwie zusammengehalten hat. Das einzige, was gehalten hat, war der Teig an meinen Händen… Dann wird man skeptisch: Hat die Frischhaltefolie doch einen Sinn? Ist das Müll, auf den ich nicht verzichten kann? Ich habe weiter gemacht und es wurde schlimmer und schlimmer. Dann habe ich mit den Füßen auf den Boden gestampft, mich tierisch aufgeregt und ein bisschen geheult. Dann noch mal alles in den Kühlschrank und eine rauchen.

Eine Stunde später kam ich wieder und habe weiter gemacht. Es ging besser. Aber vor lauter Stress und Wut habe ich den ganzen Teig zu Boden und Rand verarbeitet. Dabei ist es doch ein Zupfkuchen! Also habe ich die Creme gemacht, ein bisschen Teig vom Rand wieder abgepult, die Creme auf den Boden geschüttet und meine Teigreste oben drauf gelegt. Das war viel weniger Zupf als sonst, aber immerhin. Dann ab in den Ofen und alles ist schön.

DSC03169

Inzwischen ist der Kuchen fertig, aber noch nicht angeschnitten, das wird er erst heute Abend, wenn die Gäste da sind. Ob das mit der Margarine und den Semmelbröseln wirklich eine so gute Idee war, werde ich erst dann sehen.

Dem ein oder anderen mag schon aufgefallen sein, was das Problem bei diesem Kuchen war 😉 Für alle anderen gibt es selbstverständlich eine Moral von der Geschichte: Mürbeteig muss man nicht in Frischhaltefolie wickeln. Sollte man sich aber dazu entscheiden, ein schweres, dickes oder sonst wie isolierendes Gefäß zur Kühlung zu verwenden, muss man erheblich mehr Zeit zum Kühlen einplanen, weil das Gefäß ja auch kalt werden muss!

Ein kleines P.S.: Mir ist natürlich klar, dass ich hier trotzdem Müll produziert habe. Zum Beispiel verwende ich Margarine, die es nur in Plastik verpackt zu kaufen gibt. Aber jeder geht seine eigenen Schritte. Von einer Packung Margarine hat man eine Weile was, von Frischhaltefolie, in der man einmal Teig eingewickelt hat, hat man nicht sehr lange was 😉

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2 Gedanken zu “Warmer Mürbeteig

  1. Ohhh kenne ich. Ich hab auch mal Zupfkuchen gebacken (der erste meines Lebens). Kuchen im Ofen, alles Schick und beim Aufräumen sehe ich dann das Päckchen Puddingpulver. Warum ist es noch auf der Arbeitsfläche und nicht im Kuchen? Oh man, da war ich kurz vorm hypervenitlieren. Hab ich gebibbert ob die Eier genug waren um den Kuchen stabil zu machen und er nicht beim Anschneiden aus der Form läuft. Es sollte doch der Geburtstagskuchen für Arbeit sein. Aber alles Gut, keiner hat gemerkt, dass das Puddingpulver gefehlt hat und stabil genug war er auch.
    Ich schätze, solche kleinen Pannen gehören einfach dazu. Hat er denn wenigstens geschmeckt?

    Gefällt 1 Person

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