Wenn man rumposaunt…

Zu Beginn der 365-Tage-ohne hat jede Teilnehmerin (ich weiß gar nicht, ob es auch Teilnehmer gibt, außer vielleicht die Männer der Damen, die unfreiwillig mitmachen 😀 ) eine Liste mit Ausnahmen für sich festgelegt. Ich selbst habe auf dieser Liste auch BHs stehen (so wie vermutlich die meisten), habe aber groß rumgetönt, dass die ja ewig halten sollten, und die Umstände, unter denen ich welche kaufen müsste, waren doch recht präzise: eine Überschwemmung, ein Vulkanausbruch oder ein Wohnungsbrand. Nichts davon ist eingetreten, aber trotzdem passt mir keiner von meinen BHs mehr… Es gibt andere Umstände, die frau aus ihren BHs rauswachsen lässt.

Nun ja, so oder so stand ich vor einem Problem. Ich habe ja schon vorher kaum Kleidung gekauft, weil es einfach furchtbar ist! Und gerade BHs, die müssen ja nun mal wirklich passen… Also habe ich Bustiers für mich als Alternative beschlossen. Die kann man auch viel einfacher nähen, als so einen BH mit seinem ganzen Schnickschnack! Nach ewiger Suche in diesem großen Internetz musste ich aber feststellen, dass es vor allem keine kostenlosen Schnittmuster gibt, aber auch keine Schönen zu kaufen! Ich wäre ja durchaus bereit gewesen, auch Geld für den Schnitt zu bezahlen. Also eine neue Lösung!

Schließlich habe ich mir überlegt, ich kaufe ein einfaches, schönes Bustier und bastel mir daraus selbst ein Schnittmuster. Selbstverständlich gebraucht 😉 Also habe ich bei Ebay-Kleinanzeigen gestöbert (in meiner Nähe, ohne Versand, wäre der Umwelt zu liebe besser gewesen) und bin dann (leider und Gott sei Dank) in Köln fündig geworden. Das Bustier kam ein paar Tage später an und ich bin damit in den Stoffladen gestiefelt. Ich hab der guten Frau das Teil hingehalten und gesagt, dass ich das auch machen will. Und schon hatte ich die Arme voll mit schwarzem Badeanzugstoff, schwarzem Gummiband und schwarzem Einfassgummi, Kostenfaktor: 9,08€. Dabei ist der Stoff am Teuersten gewesen, da kriege ich noch zwei bis drei Bustiers mehr raus, der Rest ist nach Maß gekauft.

DSC03491Wieder zu Hause habe ich meine restliche Stoffausbeute in die Waschmaschine gestopft und ein Schnittmuster erstellt. Dafür habe ich wie üblich das Teil auf ein Blatt Papier gelegt und drum rum gemalt. Dann ausschneiden, falten, ein bisschen rum schnibbeln, noch mal aufs Bustier legen und fertig.

Dann habe ich den Stoff ausgeschnitten. Clever wie ich bin, habe ich mir vorher überlegt, dass ich ja dort, wo das Einfassgummi angenäht wird, keine Nahtzugabe brauche. Also nur unten, wo das Gummi angenäht wird. Naja… als ich das Rückteil zugeschnitten hatte, ist mir aufgefallen, dass ich an den Seitennähten aber sehr wohl eine Nahtzugabe brauche… Also habe ich einfach vorne ein bisschen mehr dazu gegeben (das war ja glücklicherweise noch nicht zu spät) und habe es auch gleich auf mein Schnittmuster geschrieben 😉

DSC03474Die Seitennähte zusammen nähen war kein Hexenwerk. Der Stoff fühlt sich sehr rutschig an, so wie Badeanzug halt, ist er aber beim Nähen eigentlich nicht. Ich habe mich für einen genähten Zickzackstich entschieden und zwar an allen stellen. Ich brauche ja irgendwas Flexibles und außerdem sieht man auch rund um das Oberteil Nähte, also sollte es auch nach irgendwas aussehen 🙂 Und dann konnte ich schon mit dem Einfassen anfangen 😮

Also für alle, die sowas noch nie gesehen oder gemacht haben! Ich habe davon bei Charla gelesen, als sie ihre Unterhosennäherei optimiert hat. Ein Einfassgummi ist einfach ein Gummiband (in allen möglichen Farben), das in der Mitte ein bisschen dünner ist, sodass man es einfach knicken kann. Man sieht hier in der Mitte eine Art Linie, das ist die Faltlinie. Und das funktioniert auch tatsächlich 😉 DSC03472Was man auch auf diesem Bild sehen kann, wenn man ganz genau hinsieht, ist, dass es eine glänzende und eine matte Seite hat. Leider habe ich erst jetzt gesehen, dass man das auf diesem Bild schon erkennen kann…

Also einfach das Einfassgummi um die Kante vom Oberteil legen, feststecken und nähen. Ich habe an den oberen Kanten begonnen, weil es bei dem gekauften Bustier auch so war, dass die Armeinfassung und der Träger an einem Stück und obenauf genäht sind. Als ich dann die jeweils obere Kante der beiden Schnittteile eingefasst hatte, habe ich feststellen müssen, dass das Einfassgummi eine glänzende und eine matte Seite hat…

DSC03481

Ich denke, man sieht es auf dem Bild… Ich bin mir ziemlich sicher, dass die matte Seite als linke Seite gedacht ist. Nachdem ich festgestellt habe, dass ich also einmal rechts und einmal links außen habe, musste ich mich entscheiden, wie ich die Träger mache. Das Oberteil ist zwar sehr glänzend, aber das heißt ja noch lange nicht, dass mir das auch gefällt. Also habe ich beschlossen, dass für den Rest des Oberteils die matte Seite außen sein soll, und habe auch sehr darauf geachtet, dass das wirklich der Fall ist 🙂

Träger anstecken und festnähen! Ob ich wirklich so viele Nadeln brauche, ist nicht erwiesen. Wahrscheinlich hätte ich das Gummi an den Trägern auch während des Nähens per Hand falten können. Aber man kann ja nie sicher genug sein!

DSC03478

Und natürlich habe ich es trotz der achtzehntausend Nadeln geschafft, unter dem einen Arm ein kleines Loch zu lassen, wo das Einfassgummi den Stoff eben nicht eingefasst hat… DSC03523Man sieht es noch leicht, auf der linken Seite der Seitennaht. Ich habe einfach den Stoff ein wenig hochzogen und noch mal drüber genäht. Aufmachen war wie immer keine Option und von außen sieht man gar nicht, dass da was schief gegangen sein soll 😉 Zum Schluss habe ich unten das Gummiband angenäht. Da das funktioniert hat wie bei meinen Unterhosen, gibt es keine Fotos und keine Schilderung 😉

Und jetzt sag mal einer, man würde auf Anhieb sehen, welches selbst genäht ist! Das sieht man nämlich nur, wenn man weiß, wie ich die Naht gemacht habe und dass eigentlich vorne das Gummi nicht glänzen sollte!

DSC03520

Also ich bin voll zufrieden! Das Untere ist natürlich von mir. Es ist etwas kürzer als das Gekaufte, das finde ich aber in Ordnung. Und bei dem Gekauften sind die Träger ein Stück zu lang, das habe ich bisher nicht behoben, deswegen trage ich auch nur meins 😉 Ich habe auf jeden Fall vor, noch ein oder zwei mehr zu nähen. Da könnte man dann auch die untere Kante einfassen und vielleicht was Farbiges nehmen. Oder weiß! Schwarz-weiß macht sich eigentlich immer gut. Da muss ich dann mal sehen, was der Stoffladen so hergibt.

Die Moral von der Geschichte hat mal wieder mit Material zu tun: Einfassgummi ist echt praktisch und lässt sich gut verarbeiten, hat aber (wie jeder normale Stoff auch) eine rechte und eine linke Seite!

Verlinkt wird das noch zu RUMS und zu 365 Tage ohne! Ich habe zwar Kleidung gekauft, aber mehr weil es nicht anders ging. Und es ist gebraucht 🙂 Und ich muss jetzt erst mal keine BHs mehr kaufen!

(Und sollte an der ein oder anderen Stelle ein „m“ fehlen, dann liegt das an meiner Tastatur…)

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2 Gedanken zu “Wenn man rumposaunt…

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