Mein drittes erstes richtiges Kleid

Hier und da habe ich ja schon Jerseykleider genäht (hier, hier und hier), einfacher Stoff, zwei Nähte, säumen, rein kriechen. Natürlich ist Jersey nähen nicht ohne, aber das kann ich inzwischen 😉 Das sind aber irgendwie keine richtigen Kleider. Mein erstes richtiges Kleid war dann mein Hochzeitskleid für die standesamtliche Trauung im letzten Jahr. Da war es vor allem der Reißverschluss, der so ganz und gar nicht gerade war (Mein erster Reißverschluss im Übrigen) 🙂 DSC03525Aber das richtige Problem war dann ein Anderes: Ich habe das Kleid nach der Hochzeit gewaschen und es ist völlig ausgefranst! Ich bin mir wirklich sicher, dass nirgends in der Anleitung steht, dass man das versäubern soll geschweige denn, wie das geht! Aber so richtig schlimm ist das eigentlich nicht, weil ich ja nicht vor hatte, es noch mal anzuziehen… mal im Ernst, wann brauche ich schon ein weiß-glänzendes Satinkleid?!

Dann war da noch meine missglückte Heidi, mein zweites erstes richtiges Kleid, die weiterhin irgendwo vor sich hin wartet, dass jemand ihren Reißverschluss wieder auftrennt und neu vernäht, was wohl nie passieren wird. Hier habe ich aus den alten Problemen gelernt, das Kleid ist komplett versäubert an allen Kanten, aber es steht auch in der Anleitung! Es reicht doch wirklich dieser kurze eine Satz: Alle Schnittkanten versäubern. Mehr braucht es nicht, damit Anfänger diesen Schritt gehen. Denn wenn man nicht weiß, was man machen soll, kann man es immer noch nachgucken. Aber um zu wissen, dass man versäubern nachgucken muss, muss es irgendwo stehen! Nun ja. Hat ja in diesem Fall funktioniert, dafür ist das mit dem Reißverschluss völlig schief gegangen. Gerade ist er ja diesmal geworden, aber der Stoff hat sich so verzogen, dass dieser Hubbel entstanden ist. Und ich weiß immer noch nicht wirklich wieso…

Und nun zu meinem dritten ersten richtigen Kleid! Ich beschreibe das so, weil bisher bei jedem ersten richtigen Kleid irgendwas war, was dazu geführt hat, dass ich es nur einmal getragen habe. Und damit sind es ja gar keine richtigen Kleider, also wenn man sie nicht wieder anziehen kann.

Ich habe es immer mal erwähnt, es stehen einige Hochzeiten an (nicht nur meine eigene, richtige, große). Und dafür müssen Kleider her. Ich habe, als ich mal zum Kaffee trinken bei einer Freundin war, das Buch „Kleider nähen“ entdeckt. Ich hatte das selbst schon mal im Internet gefunden und es nicht gekauft, weil es nicht ganz günstig ist und man ja nicht vorher rein schauen kann. Nun lag es da, also habe ich es mitgenommen. Und ich empfehle es gerne weiter!  Für mich selbst kommen aus diesem Buch natürlich keine 200 verschiedenen Kleider raus. Es sind schon etliche Varianten von Ausschnitten und Ärmeln dabei, die ich nicht tragen würde. Aber nichts desto trotz sind es idiotensichere Anleitungen und wirklich viele Ideen, dazu noch Erklärungen und Empfehlungen zu Stoffen und Material! Nun zum ersten Kleid:

Ich habe mich für das Basic-Oberteil und den Quetschfalten-Rock entschieden. Für den Rock braucht man kein Schnittmuster, für das Oberteil muss man messen, auswählen, übertragen, ausschneiden, anpassen. Anpassen wird empfohlen, wer kennt das nicht, ein Schnitt passt eigentlich nie ganz genau! Das habe ich auch gemacht, vor allem musste ich es kürzen. Dafür gibt es auch in dem Buch eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung und ich hatte wirklich gar keine Probleme! Für den Rock nimmt man seine Taillenmaße x3 +Nahtzugabe und schon hat man den Stoffverbrauch. Und damit geht man einkaufen 🙂 Nach dem Einkaufen dann waschen und trocknen und auf dem Fußboden ausbreiten!

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Man sieht sehr schön mein Leben im Chaos, eine Mischung aus keine-Lust-zu-Aufräumen, kein-Platz-zum-Aufräumen und wir-ziehen-eh-bald-um 😉 Aus dem Stoff habe ich alle Teile zugeschnitten, das ist ja nicht die Welt und dann auch schon zusammen genäht. Beim Oberteil erst die zwei Rückteile ans Vorderteil nähen, gleiches gilt für die Belege.

Immer schön ordentlich die Nahtzugaben auseinander bügeln und alles ist fein 😉 An dieser Stelle muss ich auch schon mal sagen, in der Anleitung steht am Ende immer: „Falls gewünscht, die Nahtzugaben versäubern (Seite 36).“ Man sieht ja hier, ich habe es erst mal nicht gemacht. Danach die Belege annähen. Ich hatte mich für Belege und nicht für Futter entschieden, weil ich ja bei dem Hochzeitskleid schon mal mit Futter gearbeitet hatte und nun mal Belege ausprobieren wollte.

Einmal habe ich ein wenig nicht ausgepasst… Hier habe ich den Stoff nicht ordentlich unter der Maschine gehabt und Falten rein genäht… Aber das ist innen und man sieht es gar nicht 😀

Danach ging es an den Rock. Also Quetschfalten oder Falten im Allgemeinen mögen ja schön aussehen. Aber mein lieber Mann ist das eine Arbeit! Die Falten zu stecken hat die Arbeitszeit für dieses Kleid locker mal verdreifacht! Das Stecken ist nicht schwierig oder anspruchsvoll, aber es dauert einfach laaange! Außerdem musste ich einmal „zwischennähen“, weil meine Stecknadeln beim besten Willen nicht reichen, um das alles festzustecken!

Dann habe ich den Rock an das Oberteil genäht und das Ganze angezogen, um die Passung zu testen. Dabei stellte sich heraus, dass ich doch eingutes stück noch weg musste. Dabei hatte ich Gott sei Dank Hilfe 😉 Ich habe also das Kleid angezogen, die hintere Naht war noch komplett offen. Dann musste der Mann im Haus oben an den Schultern und an der Naht von Rock zu Oberteil das jeweils so festhalten, dass es gut saß, und dann auch noch Bleistiftstriche an der Stelle machen, an der er festgehalten hat. Oben waren das an jeder Seite zwei Zentimeter, an der Taille auch noch mal fast so viel.

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DSC03527Danach konnte ich den Reißverschluss einnähen, was ohne Probleme verlief. Ich habe keinen nahtverdeckten gekauft, in erster Linie weil ich es vergessen habe. Auf meinem Zettel stand einfach nur Reißverschluss und die Farbe passte wirklich hervorragend zum Stoff, also habe ich den gekauft. Aber es ist ja auch egal, dann hat das Kleid eben einen Reißverschluss hinten! Den braucht man nun mal, um da rein zu kommen 😀 Unten noch säumen und dann war das Kleid fertig und hing rum.

Das hängt schon ziemlich lange rum… Hier komme ich noch mal auf das Versäubern der Kanten zurück. Ich brauchte das Kleid ja einfach noch nicht, deswegen war es nicht so schlimm, dass es nicht sofort fertig war. Ich habe überlegt, ob ich es nicht versäuber, denn auf besagter Seite 36 steht, dass man es manchmal auch einfach nicht braucht. Aber wann genau ist dieses Manchmal? Also habe ich mir eine Zickzackschere gekauft, davon hatte ich schon oft gelesen und im Buch steht auch: „Die einfachste Methode ist das Beschneiden mit der Zickzackschere, die effektiv ein Ausfransen verhindert.“ Ich gebe zu, ich muss mich doch relativ oft auf dieses Buch berufen, aber ich habe es ja selbst nicht gelernt und muss mein Wissen irgendwoher beziehen! Also habe ich, als die Schere endlich da war, alle Kanten brav nachgeschnitten.

Das war jetzt auch nicht wirklich die Welt und ich war zufrieden! Bevor ich aber jetzt schlussendlich die schönen Fotos des gesamten Kleids präsentiere, muss ich auf das Kleid von nächster Woche vorgreifen… Nächste Woche gibt es ein rotes Petticoatkleid zu sehen, dass ich erst vor kurzem genäht, aber auch schon einmal getragen und gewaschen habe. Auch da habe ich mich für die Zickzackschere entschieden.

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Und das ist nach dem Waschen draus geworden o.O Also effektiv wurde hier überhaupt nichts verhindert 😥 Und ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll, außer vielleicht, das blaue Kleid nicht zu waschen…

Aber jetzt erst mal die Bilder, wer liest schon den ganzen Artikel?

Das letzte Bild hat so was von Pleasantville, gefällt mir persönlich besonders 🙂

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Und zum Schluss noch die Moral von der Geschichte: Das Buch ist total gut und erklärt wirklich Schritt für Schritt, wie man sich ein Kleid näht. Aber wofür ist jetzt diese bescheuerte Zickzackschere?! Hätte ich das Kleid nicht waschen dürfen? Muss das in die Reinigung? Darf ist das nicht schleudern? Es gibt doch noch andere Menschen, die Zickzackscheren benutzen: Wie macht ihr das?! Wenn irgendjemand Rat weiß, nehme ich den dankend an! Wenn nicht, wird das blaue Kleid einfach niemals gewaschen! Das ist vielleicht ekelig, aber manchmal muss man eben zu drastischen Mitteln greifen 😀

Verlinkt wird das noch nicht ausgefranste Kleid bei RUMS und bei Piexsu 🙂

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3 Gedanken zu “Mein drittes erstes richtiges Kleid

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